Die Richtung ist nicht das Problem

Noch ein Leserbrief, veröffentlicht im Lokalteil unter dem Titel Radfahrer sind nicht das Problem:

Bei der in der Bürgerversammlung zur Öffnung der Hauptstrasse für Radfahrer in beide Richtungen wird einiges durcheinandergebracht. Herr Steinwinter irrt, wenn er fordert “Die Fußgängerzone muss eine Fußgängerzone bleiben”, denn richtig wäre: Sie muss es werden. Dazu müsste man die Zahl der Kfz begrenzen. Denn diese fahren in der Praxis den ganzen Tag durch, und vormittags fahren sie in großer Menge und erwarten dann auch freie Bahn. Selbst unsere Kinder sind, als sie
gerade laufen lernten, schon von der “Fahrbahn” heruntergehupt worden.

Wenn dort nun Fahrradfahrer etwas häufiger als bisher unterwegs sind, ist es völlig unproblematisch, aus welcher Richtung sie kommen. Vorsicht und Rücksicht müssen sie sowieso nehmen – und die es nicht tun, lassen sich auch durch eine Einbahnstraße nicht abschrecken. Konflikte mit Reisegruppen gibt es auch jetzt schon und
wird es immer geben. Sie nehmen oft die ganze Straßenbreite ein, und auch als Fußgänger, mit Kinderwagen oder geschobenem Fahrrad ist es oft schwierig, sich bemerkbar zu machen und Durchlass zu erhalten.

Ganz anders ist die Situation zwischen Engelplatz und Würzburger Tor. Aber auch hier ist die Öffnung für Radfahrer in der Gegenrichtung kein Problem, weil die Straße übersichtlich ist, dabei jedoch so eng, dass Autos gar nicht gefährlich schnell fahren können. Durch die offizielle Öffnung werden sich die Radfahrer dann auch trauen, auf der Fahrbahn zu fahren. Wenn jetzt auch noch die Autos den Gehsteig den Fußgängern überließen und nur in den markierten Bereichen hielten…

Aufsichtspflicht und der Weg vom und zum Kindergarten

Meine Frau Anke ist noch mit ihrer ein Jahr jüngeren Schwester alleine zu Fuß in den Kindergarten gegangen. Heute darf man zwar immer noch zu Fuß gehen (auch wenn das die meisten Eltern nicht wissen…), aber nicht mehr alleine.

Beim Bringen kann ich das noch verstehen, zumindest im Winter, weil die Erzieher_innen bei 25 Kindern niemandem beim Ausziehen helfen können. Aber neulich hat eine Bekannte ihrer 11 Jahre alten Tochter einen Zettel mitgegeben, dass diese ihre kleine Schwester abholen darf, und das wurde nicht gestattet. Ich finde das nicht in Ordnung – es muss immer noch in der Entscheidung der Eltern sein. Kinder müssen Selbständigkeit lernen, und zwar in dem Tempo wie es zu Ihnen passt und nicht wie es sich jemand in irgendeiner Satzung ausgedacht hat.

Ich habe begonnen, dem nachzugehen, und zumindest herausgefunden, dass die Regelung in der Satzung des Kindergartens steht. Wie die da aber hineinkommt ist unklar. Angeblich habe es mit der Aufsichtspflicht der Erzieher_innen zu tun, die das Kind nur an eine Person über (ja was? 12, 14, 16, 18?) übergeben dürfen. Und einer meinte sogar, auch wenn in der Kindergartensatzung 12 Jahre als Mindestalter steht, gebe es doch eine gesetzliche Regelung, die es erst ab 14 erlaubt.

Unsere Kindergartenleiterin meinte, sie müsse auf jeden Fall auch eigenverantwortlich beurteilen, ob die abholende Person geeignet ist, und sogar ob der Heimweg unbedenklich ist (z.B. keine neue Baustelle). Das bezweifle ich, vielleicht darf sie das Kind keinem offensichtlich Betrunkenen (ansonsten Berechtigten) mitgeben, wenn Sie weiß dass der Auto fährt. Aber wenn ein Geschwister mit einem 30 Minuten alten Zettel kommt?

Wo also soll diese gesetzliche Regelung sein? Also das BayKiBiG ist es schon mal nicht. Im BGB dürfte man auch nicht fündig werden. Da muss ich also mal den Urheber des “Gerüchts” persönlich fragen…